Auszug aus der Festschrift 775 Jahre Sachsdorf
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Es ist zeitlich nicht genau festzustellen seit wann es Sachsdorf gibt. Wir dürfen es zwischen 1100-1170 vermuten. Der Name weist nach Niedersachsen. Da viele Orte der Umgebung Siedlungen von Thüringern und Franken sind, ist die Annahme berechtigt, dass die Angehörigen dieser Stämme den von Sachsen angelegten Ort "Dorf der Sachsen" oder "Sachsdorf" nannten. Wahrscheinlich folgten die ersten Ansiedler dem Ruf des Meißner Markgrafen oder Versprechungen begüterter Ritter, die ihr weiträumiges Waldgebiet in fruchtbares Ackerland verwandelt sehen wollten. Der Grundherr überließ ihnen hier gegen jährlich zu entrichtende Zinsen und Frondienste Land zur Rodung. Die Ansiedler gliederten ihren Besitz in Hufen und Teilhufen. Sie errichteten ihre Höfe in der Talmulde, die sich vom Saubach her ostwärts durch das Gelände erstreckt, in der Art des sogenannten Waldhufen-Dorfes. In der näheren Umgebung dürfte Sachsdorf der älteste Ort sein. Insbesondere ist er entschieden älter als das benachbarte Klipphausen. Zu dieser Annahme berechtigen die folgenden Fakten: Da ist zunächst die gegenüber den benachbarten Orten bessere Qualität der landwirtschaftlichen Nutzfläche der 456 ha umfassenden Gemeinde. Weiter weisen die entschieden geringeren Steuern, Zinsen und Frondienste sowie das älteste Braurecht darauf hin. 1227 wird der Ort erstmals in einer Urkunde erwähnt . In dieser erteilt Papst Gregor IX. dem Nonnenkloster "Zum Heiligen Kreuz" bei Meißen Rechte in villa Wiltperch ( Wildberg) und villa Sachowe (Sachsdorf). In villa Sachowe erhielt das Kloster 4 Hufen = 4 * 13,8 ha Land. HB.1925/36 Im Besitz des Klosters war auch der "Kreuzbusch". Dieses Waldstück befand sich an der Einmündung der alten Strasse nach Hühndorf in die Strasse von Wilsdruff nach Weistropp. Dieser Besitz an diesem Waldstück ( gerodet 1850) könnte man als Beweis anführen, dass mit Sachowe wirklich Sachsdorf gemeint ist. In der Nähe dieses Waldstückes soll auch das "Folgegut" gestanden haben und obwohl dieses bisher nicht urkundlich nachweisbar war, werden die dort gelegenen Flurstücke noch heute als "Folge" bezeichnet.
alter Wegweiser
Gemeindemühle
Hirtenhaus
Sachsdorfer Kapelle gezeichnet Sibylle Bermich geb.Wätzig
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2008
Grabstein an der Kapelle Sachsdorf
Inschrift - sinngemäß auszugsweise wiedergegeben.... Er verschläft den Jammer dieser Welt an dieser "Stelle", der Ehrengeachtete Christian Börner .... Am 22.November 1760 wegen des damaligen landesverderblichen Krieges entschlafen ... Gedenke hier der du dieses liesest an den erschräcklichen Krieg. Bitte Gott, das er solches Unglück künftig von uns abwendet. Danke dem Herrn vor seiner Errettung. Lebe durch den Glauben an Jesum gerecht u. heilig. So stirbst du alle Zeit selig.
Hier soll oft ein Hase in eine Mühle gegangen, soll den Kuhstall aufgesucht und dort Milch getrunken haben. Eines Tages hat er einen Blumenstrauß an das Tor gelegt. Der Besitzer wagte nicht, ihn aufzuheben, aber die Gänse knabberten an ihm herum und deswegen starb eine nach der anderen. Ein Gutsbesitzer sollte von der "Schwarzen Kunst" verstanden haben . Eines Sonntags sitzt er in der Kirche, er war ein fleißiger Kirchengeher. Da überfällt ihn eine Unruhe, dass er aufsteht und nach hause geht. Da ist sein Hof voller schwarzer krächzender Raben. In der Stube vor dem Tisch aber sitz sein Knecht , das siebende Buch Moses in den Händen. Er nimmt ihm das Buch weg, ließt es rückwärts und alsbald hebt ein Rabe nach dem anderen seine Flügel, bis der Hof leer ist. Der Franzosenkirchhof - "Franzosenbusch" der Schenkwirt zu Sachsdorf soll einem Franzosen in dem kleinen Waldstück am Fußweg nach Hühndorf die Gurgel durchgebissen haben, dann habe er ihn dort verscharrt.
Sagen um Sachsdorf Ein Gemeindebier zu Sachsdorf
"Und nun wollen wir wie von alters her das Gemeindebier trinken." So schließt der Richter die Weihnachts- Gemeindeversammlung des Jahres 1690. Seine Worte wecken freundlichen Widerhall. Die Nachbarn, die bisher ruhig auf ihren Bänken gesessen erheben sich geräuschvoll und führen eine lebhafte Unterhaltung. Viele von ihnen holen die Tabakspfeife hervor und setzen sie in Brand. Nun kommen auch Frauen in die Schenkstube herein. Sie tragen Trinkgefäße und Lichter in der Hand. Jacob Hillig, der in seiner Behausung Leichen-, Kauf- und andere Biere hat austrinken lassen, braucht nur das Schenktischchen zu stellen. Für alles Andere hat die Gemeinde selbst zu sorgen. Schon bringen einige Nachbarn die Tonne gerollt. "S" ist diesmal Wilsdruffer Bier. Es mundet besser als das Klipphausener, das der Gerichtsherr Johann Friedrich Heige der Gemeinde immer von neuem aufzwingen will. Die Sachsdorfer wollen sein Bier nicht. Sie haben bis zum Dreißigjährigen Kriege in Jacob Hillig`s Gut selbst eine Braupfanne stehen gehabt.Sie wollen sich ihre Bierfreiheit auch nicht nehmen lassen. Kräftige Arme heben die schwere Tonne auf zwei Böcke. Vor das Faß wird das Schenktischchen gerückt. Beim Anstecken des Fasses spritzen Schaum und Bier bis an die Decke. Mit behaglichem Schmunzeln schauen die Nachbarn und die Ehefrauen zu. Auf diesen Augenblick haben sie sich schon lange gefreut. Das Trinken ist ihnen ein Fest, auch das einmütige gesellige Beisammensein der ganzen Gemeinde macht ihnen Freude. In der großen Stube hat bald jeder ein Plätzchen gefunden, wenn´s auch bei manchem recht eng ist. Prüfenden Auges überfliegt der Richter die Versammlung, ob auch kein Unbefugter sich eingeschlichen. Dann eröffnet er das Gemeindebier mit den Worten: "Heimbürge, so trete vor den Zapfen und lasset ein!" Schäumend schießt das braune Nass in die Zinnkrüge.Die Weiber reichen ihre tönernen Gefäße hin . Sie brockten in ihr Bier Brot und löffeln dann die Biermärte aus. Der Heimbürge hat alle Hände voll zu tun; denn die Männer haben einen kräftigen Zug. Georg Köselich: " Mag es erlaubt sein, dass ich meinem Weibe , die eine Sechswöchnerin, einen Trunk nach hause bringe?" Die Versammlung erhebt keinen Einspruch. So darf Köselich ungestraft mit einem gefüllten Gefäß die Schwelle überschreiten. Nach einigen Stunden herrscht im ganzen Raum launige Fröhlichkeit. Das Bier hat die Gemüter erwärmt. Schnurren und Streiche werden erzählt Die Fröhlichkeit erreicht ihren Höhepunkt, als Christian Rülker die Dorfleier vorträgt:
etwa von 1840 " Der Müller ist ein Mehldieb, Bruchelt hat seine Frau lieb,Schocke wohnt ufm Barge, Schöne macht spitze Quarche, Funke ist der ale Vater,Köselich ist der Bankhader, Uhlemann wohnt in der Gasse, Grusche hat keene reen Fasse, de Kretzschmern tut gerne Schweine schlachten, Gruschen Karl tut nach Gelde trachten, Pietzsch hat eene schwarze Pfütze, Rabe is uf der Welt nischt nütze, Lehnert is e Lügenmaul, Leuschners Lieb is lang und faul,Fischer der hat weite Hosen, Rülker hat`s`n ufgeblosen, Graf hat eene scheene Fraa,der Schmidt spielt gerne Kuntra, Weißig hat en kahl´n Kupp, Kühne is e Hundsfutt,Löwe ist der Hengstreiter,Hermann ist der Sauschneider, Rückert der wohnt ganz alleene,bei Hilligs is de Stube nich reene, Krauspen Lieb hat keene Kinder, Berger ist der Pferdeschinder,Beckert hat nur eene Kuh, Pietzschens machens Falltor zu, Rumpels ham e Wachtelhaus, bei mendens guckt der ff raus, der Schäfer treibt die Schafe aus, der Schulmeester prügelt de Kinder aus"
und so könnte die Dorfleier Anno 2002 sich anhören Der Pauketat fährt mit`m Motorad rum,die Klossen macht am Hang sich den Buckel krumm, den Heine siehst de im Garten werkeln, beim Kutzsche kommt weg`m schlachten keene Sau zum ferkeln,der Sauer hat ne grosse Plantage,der Reupricht hat für sei Betriebsauto keene Garage,De Zschochen nimmer im Konsum ist,Dallmann gerne Kuchen frisst,Becker immer zum Feuer rennt,Krause jeden Dörfler kennt, Roß rennt mit seine Collis rum,Gerber arbeitet am Haus wie dumm, Leuschner´s Wiese is de Beste,de Bartziken siehste bei jedem Feste, Damm im Unterdorf hat´s Haus recht scheene gemacht, bei Junghans isses fast eingekracht,de Kunzn aus´m Unterdorf is bei der Huppetruppe, Mierwalds Weib is ne dufte Puppe,Riesn`s Kneipe is geschlossen, dem Wätzig, dem tun weh de Flossen,Türke hat `nen Trabbi uffn Dach, der Muschketat macht überhaupt keen Krach,Pätzig arbetet beim Birschemeister, Jäkel hat viele kleene Geister,Der Kropf, der is och ganz schön fleißig, de Schulzn is schon 50 Jahre über dreißig,Höher macht sein Vorgarten immer scheene, Kuntze Rudolf is Dank seiner Kinder ni alleene,Hahn´s wohn e bissl ab vom Schuß, aber dort is ja mit Sachsdorf och glei Schluss, Un die Andern von Sachdorf, die wurden ni bedacht, weil, die ham och nischt "Ausergewehnliches" gemacht!
Becker Heinrich, Maurer Sachsdorf 2 Beger Otto, Gutsbesitzer Sachsdorf 3 Böhme Eduard, Lehrer Sachsdorf 30 b Bruchholz Heinrich Adolf, Wirthschaftsbesitzer Sachsdorf 48 Dittrich Carl, Gutsbesitzer Sachsdorf 13 Gerhold Carl, Auszügler Sachsdorf 26 Gerlach Heinrich Oswald, Gutsbesitzer Sachsdorf 10 Grosche Hermann, Gutsbesitzer Sachsdorf 20 Hausmann Wilhelm, Schmiedemeister Sachsdorf 16 b Hernsdorf Emil Woldemar, Gutsbesitzer Sachsdorf 19 Hillig Friedrich Wilhelm, Gutsbesitzer,Ortssteuereinnehmer Sachsdorf 8 Jentzsch Richard, Schmiedemeister Sachsdorf 11 Krause Julius, Kramer, Uhrmacher Sachsdorf 32 Kretzschmar Heinrich, Maurer Sachsdorf 1 Lehmann Hermann, Mühlenbesitzer Sachsdorf 34 Leunert Traugott, Maurer Sachsdorf 6 Leuschner August, Tagelöhner Sachsdorf 6 Leuschner Ernst, Wirthschaftsbesitzer Sachsdorf 15 Leutritz Traugott, Maurer Sachsdorf 26 Lorenz Karl, Gutsbesitzer Sachsdorf 22 Martin Michael, Gutsauszügler Sachsdorf 5 Maune Heinrich, Gutsbesitzer Sachsdorf 24 Maune Julius, Gutsbesitzer Sachsdorf 14 Melzer August, Maurer Sachsdorf 29 b Mietzsch Wilhelm, Schneidermeister Sachsdorf 6 Rabe August, Wirthschaftsbesitzer Sachsdorf 18 Rabe Carl, Wirthschaftsbesitzer Sachsdorf 9 Rabe Christiane,verw. Auszüglerin Sachsdorf 23 Reger Hermann, Mühlenbesitzer Sachsdorf 33 Ritzscher August, Tagearbeiter Sachsdorf 6 Röhrig Karl Hermann, Rentier Sachsdorf 29 Roßberg August, Mühlenbesitzer Sachsdorf 29 Schmieder Moritz, Wirthschaftsbesitzer Sachsdorf 21 Schumann Ernst, Zimmermann Sachsdorf 7 Schumann Hermann, Gasthofbesitzer Sachsdorf 17 Schumann Julius, Gutsbesitzer Sachsdorf 25 Sohrmann Ernst, Gutsbesitzer Sachsdorf 5 Uhlemann Ernst, Stellmacher Sachsdorf 12 Uhlemann Wilhelm, Stellmacher Sachsdorf 15 Zscheile Ernst, Wirthschaftsbesitzer Sachsdorf 12 Zschoche Carl August, Gutsbesitzer, Ortsrichter Sachsdorf 27
historisches Adressbuch / Literatur:
II 328,HONB,41,446-448,BKD Sa,I448,Dehio Sa
1378 : castrum Dresden 1696 : Erb-Amt Meißen 1764 : Erb-Amt Meißen 1816 : Erb-Amt Meißen 1843 : Amt Dresden 1856 : Gerichtsamt Wilsdruff 1875 : Amtshauptmannschaft Meißen 1952 : Landkreis Meißen 1994 : Landkreis Meißen 1551 : 26 besessene(r) Mann, 37 Inwohner 1764 : 28 besessene(r) Mann, 1 Gärtner, 2 Häusler, 1 Wüstungen, 10 Hufen je 40 Scheffel
1834 : 250 1871 : 312 1890 : 295 1910 : 274 1925 : 284 1939 : 264 1946 : 333 1350 : Sachsendorf (LbF 37, 40) 1378 : Saxindorf (RDMM 268) 1486 : Sachsendorff 1696 : Sachsdorff nach Weistropp gepfarrt 1539 u. 1840, seit 1903 nach Wilsdruff, Nebenkirche von Wilsdruff 1930 - 2001 zu Kirchgemeinde Wilsdruff